Tag 21 – Samstag, 25. Juni – 421 km (5.028 km)

Wer kennt ihn nicht, den allseits bekannten Walzer „An der schönen blauen Donau“. Und quasi im ¾ Takt ging es heute die erste 100 km entlang der Donau. Mit Sicherheit eine der schönsten Teilstrecken dieser Tour. Auf einer super ausgebauten „Küstenstraße“ – und wenn man die Donau hier sieht, kann man sehr wohl von einer Küste sprechen – ging es in Richtung Moldova. Links von einem die Donau stets im Blick, jenseits des Flusses immer schon serbisches Staatsgebiet, waren diese 100 km einfach zum Genießen. Es wurde an den Ufern gecampt , geangelt, gebadet und hin und wieder wurde auch ein Strandcafe gesichtet. Unterwegs gab’s eine Zusammenkunft mit 2 rumänischen Grenzpolizisten, die sich mega über unser Mitbringsel, ein Emblem der österreichischen Polizei, freuten. Es war fast schade, dass wir schließlich Moldova erreichten. Von dort waren es dann nur noch wenige Kilometer bis zur serbischen Grenze bei Kaluderovo. Mit der Einreise in Serbien konnten wir wieder ein Land von unserer To-do Liste streichen. In Serbien ging es dann über Vrsac, Zrenjanin und Kikinda bis zur ungarischen Grenze bei Horgos. Diese rund 240 km waren wieder etwas, wir wir es so auch noch nie erlebt hatten. Landschaftlich gesehen befanden wir uns wieder im flachen Burgenland oder der pannonischen Tiefebene. Es war außer flach nur flach und links und rechts gab es außer riesigen Getreidefeldern, Maisäckern und Sonnenblumenfeldern auch nicht wirklich etwas anderes. Ganz anders allerdings waren die Straßen. Auf den gesamten 240 km gab es gefühlte 24 Kurven. Alles andere waren unendlich lange Geraden, die bis zur nächsten Kurve führten, wo es dann eine Richtungsänderung gab. Und es folgte die nächste elends lange Gerade. Trotz der vielleicht vermuteten Eintönigkeit ging es, auch aufgrund des guten Zustandes der Straßen, recht zügig dahin. Bei Zrenjanin streifte uns eine Gewitterfront. Wir zogen aber rechtzeitig unseren Sponge Bob an und führen weiter entlang dieser Front bei mäßigem Regen. Bei Kikinda kam es dann aber knüppeldick. Eine tiefschwarze Gewitterfront baute sich vor uns auf und jetzt begann es so richtig zu schütten. Es blitzte und donnerte und zum Glück fanden wir bei einer, zugegebener Weise baufälligen, Tankstelle Unterschlupf. Dort verharrten wir fast eine ¾ Stunde, bis das Ärgste vorüber war. An ein Fahren wäre bei diesen Verhältnissen ohnehin nicht zu Denken gewesen. Als der Regen nachließ ging’s dann, wohl gemerkt mit Spongee, weiter. Der Regen war uns dann ein steter Begleiter bis zur Grenze. Zu allem Überdruss musste die ungarische Zöllnerin natürlich gerade jetzt, einen Blick in unser Topcase werfen. Während der letzten 15 Kilometer bis Szeged, unserem heutigen Ziel, hörte der Regen dann endlich auf. Mit dem Hotel Auris haben wir ein recht nettes Stadthotel, unweit vom Zentrum, gefunden. Nach Stiefelbier und einem Duscherl ging es per Pedes in die Innenstadt, wo wir in einem Gastgarten das Abendessen bei Sonnenschein genießen konnten.
Mit Ungarn haben wir das zehnte Land (inklusive Österreich) erreicht. Wer’s nicht glaubt, soll einfach nachzählen. Morgen geht es dann noch durch Ungarn bis an den Plattensee, wo wir uns zum vorletzten Mal bei dieser Tour melden werden.
Zum Schluss noch ein paar Eindrücke zu Rumänien. Wir beide waren, entgegen vorangegangener Zweifel, mehr oder weniger begeistert von diesem Land. Landschaftlich hat es unheimlich viel zu bieten, alle Leute mit denen wir zu tun hatten waren mehr als freundlich und auch von der Kulinarik her waren wir mehr als gut bedient. Rundum hat es uns in Rumänien an nichts gefehlt, einzig beim Straßenbau könnten die Rumänen noch einen Zahn zulegen.
Bis morgen dann am Balaton !

2 Gedanken zu “Tag 21 – Samstag, 25. Juni – 421 km (5.028 km)

  1. muemandi sagt:

    Jürgen 🙌👌👍🤜 Du solltest mit einem Buch über eine eurer Reisen beginnen. Das kann nur ein Bestseller werden. Bei jeder gelesenen Zeile hängt man an deinen Lippen und taucht immer mehr in euer Abenteuer ein. Bei der letzten Zeile tut es einem leid, dass die Erzählung zu Ende ist; beziehungsweise sehnt man dem nächsten Bericht entgegen. Und immer wieder diese tollen Bilder 💪🤜. Ich kann nur eines sagen: Schade, dass euer Abenteuer morgen zu Ende ist, obwohl ihr zwei sicher über eine Pause froh seid. Auf jeden Fall kommt morgen gut nach Hause und genießt den letzten Tag auf euren Töpfen 👍 🤣 ich weiß eh: füüünf Euro 😂

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